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«Am Abend sollen alle gesund nach Hause» | 22.08.2017

Bei der Spleiss AG bekommen Teams, die während eines Monats keinen Unfall verzeichnen, Pizza zum Mittagessen. Die Präventionsmotivation hat sich bewährt.

Fröhlich sitzen die Mitarbeitenden der Robert Spleiss AG an den Tischen in der Aufenthaltsbaracke und essen ihre Pizzas. Die Stimmung ist gut, man unterhält sich, lacht zusammen. Die gute Laune rührt nicht nur daher, dass es etwas Feines zu essen gibt. Während des letzten Monats wurde in dieser Sparte kein Unfall verzeichnet. Das honoriert die Arbeitgeberin, indem, wie erwähnt, ein Mittagessen spendiert wird. Letztes Jahr wurden 25 solcher Mittagessen bezahlt, was die Mitarbeitenden schätzen. Doch das ist nicht der einzige positive Effekt. «Solche Mittagessen», sagt Thomas Schmider, Leiter technischer Support bei der Robert Spleiss AG, «fördern den Team Spirit.» Bei der Robert Spleiss AG wird die Sicherheit gross geschrieben. Schnell stand fest, dass man die Mitarbeitenden nicht nur via Weisungen vor Unfällen schützen wollte, sondern dass sie zusätzlich motiviert werden sollten, von sich aus verantwortungsvoll und achtsam auf der Baustelle tätig zu sein, immer auf der Hut vor Unfällen, auch im Stress oder im Alltagstrott. «Geld als Belohnung schied indes aus, weil wir vermeiden wollten, dass Mitarbeitende, um die Auszahlung solcher Boni nicht zu gefährden, nach – manchmal auch vermeintlich – kleinen Bagatellunfällen nicht zum Arzt gehen, um den Vorfall geheim zu halten. Oder dass ein Gruppenzwang entsteht, der dazu führt, dass Vorfälle lieber totgeschwiegen anstatt analysiert werden. Erstens können unbehandelte Verletzungen schwerwiegende Folgen nach sich ziehen und zweitens kann man aus Fehlern immer lernen. Dazu ist aber eine offene Fehlerkultur notwendig», so Schmider. Das Offerieren eines Pizza-mittags erschien daher als eine gute Lösung.

Gutes Baustellenmanagement

Feste Regeln in Sachen Sicherheit gehören bei der Robert Spleiss AG zum Baustellenmanagement. Dazu zählen seit Jahren eine generelle Helmtragpflicht. Sicherheitsschuhe und eine zweckmässige Arbeitskleidung werden vom Arbeitgeber nach einem festen Rhythmus zur Verfügung gestellt, ebenso Sicherheitsbrillen. Je nach Bedarf erhalten die Mitarbeitenden auch korrigierte Brillen oder Gleitsichtbrillen. Dafür gilt seit Anfang dieses Jahres eine generelle Brillentragpflicht. Eine weitere Regelung der Suva besagt, dass ab drei Metern Höhe ein Kollektivschutz oder eine Anseilpflicht besteht. «Das haben wir als eine der ersten Bauunternehmungen im Frühjahr 2012 eingeführt», erinnert sich Schmider. Die Robert Spleiss AG hat die Sicherheits-Charta unterschrieben, Schmider selber ist Vorstandsmitglied beim Verein «sicuro», der Branchenlösung für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz des Bauhauptgewerbes.

Regeln sind das eine, Weiterbildungen in Sachen Arbeitssicherheit das andere. An einem Postenlauf wurden am Donnerstag, 8. Juni 2017, und Freitag, 9. Juni 2017, rund 200 Mitarbeitende im Werkhof in Rümlang in Sachen Arbeitssicherheit von professionellen Instruktoren geschult. Es war ein lebendiger Mix aus Wissensvermittlung, Selbsterfahrung und gemeinsamem Ausprobieren, der zu lebhaften Diskussionen führte und den Teilnehmenden wichtige Hinweise zur Lebensrettung und relevante Inputs zu Fragen der Arbeitssicherheit mit auf den Nachhauseweg gab.

Trotzdem: «Arbeitssicherheit kann man nicht von oben nach unten befehlen», weiss Schmider, «es muss eine Betriebskultur herrschen, die diese fördert. Zudem müssen unsere Poliere und Bauführer mitziehen, sonst klappt es nicht», hat er beobachtet. Auf der Baustelle in Männedorf sei Polier Carlos Vale ein grosses Vorbild in Sachen Arbeitssicherheit. Das falle ihm nicht schwer, meint dieser, und fügt hinzu: «Schliesslich ist es das Ziel, dass am Abend alle gesund nach Hause gehen können.»

Professionelle Unterstützung

Damit die Vorgesetzten der Robert Spleiss AG wissen, was in Sachen Arbeitssicherheit zu tun ist, werden sie durch die Firma Zeder AG, Hochdorf, geschult und unterstützt. «Die Poliere können bei Fragen jederzeit anrufen», weiss Schmider. Das Ziel sei es, aus Fehlern und Situationen Lehren zu ziehen. Bauführer Marco Pesaballe lobt die Arbeit des Beratungsunternehmens. «Auch wenn man vor Unfällen, bei aller Vorsicht, natürlich niemals ganz gefeit ist.»

Am 6. Juli 2017 gab es für das Team von Polier Carlos Valle auf der Baustelle von Männedorf den bereits erwähnten Pizza-Zmittag. Pesaballe betont: «Auch wenn es sich um einen anspruchsvollen Bau handelt und wir unter Zeitdruck stehen, konnte das Team Unfälle vermeiden.» Konkret musste eine acht Meter hohe Schalung in einem Guss betoniert werden, was einen grossen Schalungsdruck erzeugt und somit eine sorgfältige AVOR mit speziellen Verstärkungsmassnahmen notwendig machte. Betoniert wurde schon im letzten Winter. Damit die Betontemperaturen im Winter 10 Grad nicht unterschritten, mussten die hohen Fassadenwände mit speziellen Ölheizungen erwärmt werden. 22 grosse Betonträger mit einer Länge von 15 Metern und einem Gewicht von bis zu 16 Tonnen wurden kürzlich mit einem Pneukran in zwei Einsätzen versetzt. Der Schulbetrieb machte es notwendig, dass das Datum der Anlieferung genau geplant werden musste. Entsprechend gross war der Druck, die Bauarbeiten bis zur Anlieferung zu schaffen. Weiter wurden spezielle vorfabrizierten Deckenplatten verlegt, dabei trugen die Mitarbeitenden die persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz. Pesaballe kann es nicht genug betonen: «Das Team von Carlos Vale hat eine wirklich tolle Arbeit geleistet, anspruchsvoll, millimetergenau und sehr schnell – und ohne Unfälle.

Quelle: Susanna Vanek in Nr. 9 Schweizer Bauwirtschaft

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